Decade to Decade: The Seventies
Decade to decade
Die Siebziger: Varese beherrscht ein Jahrzente

Dino MeneghinASK Riga aus der UdSSR (jetzt Lettland) und Jugoplastika aus Jugoslawien (jetzt Kroatien) waren die einzigen Mannschaften, die in drei Folgesaisons europäische Champions wurden, aber die Erfolge von Ignis Varese aus Italien zwischen 1970 und 1980 - 10 aufeinanderfolgende Finale und 5 Titel - werden wohl nie wiederholt. Der legendäre Dino Meneghin nahm an allen Finalen teil, was ihn zur besten Person macht um darüber zu sprechen. "Das Hauptsächliche damals war, dass wir, die Spieler, wie das Eigentum der Vereine waren", sagte Meneghin vor kurzem in einem Euroleague.net Interview. "Die Mannschaft zu wechseln war fast unmöglich, und deshalb identifizierten sich die Spieler so sehr mit ihren Vereinen. Wir waren wie das Copyright der Vereine. Diese Philosophie wurde auch in den Rivalitäten der Clubs widergespiegelt, was sich auch Spieler Rivalitäten übersetzte. Aber natürlich waren wir außerhalb des Platzes auch Freunde."

Wie haben Sie es geschafft zehn Finale in Folge zu spielen?

"Ich glaube einfach, dass wir ein großartiges Team waren, das von einem großen Trainer, dem berühmten Aleksandar Nikolic, geformt wurde. Sein Kommen nach Varese fand genau richtig statt, und er wusste das Maximum aus jeden Spieler herauszuholen. Seine Philosophie war, dass der Trainer sich den Spieler, die er hat, anpassen muss, nicht andersherum, was das normale Konzept ist. Die Spieler werden gefragt wer und wer nicht die physischen und technischen Fähigkeiten für das System hat, das der Trainer in die Tat umsetzt."

Wer war Ihr Hauptrivale, Real Madrid oder ZSKA Moskau oder beide?

"Es stimmt, dass damals Real Madrid und ZSKA und wir die besten Teams Europas waren. In der späten Dekade kam Maccabi Tel Aviv dazu, sie schlugen uns im 1977er Finale gespielt in Belgrad, aber während der meisten Zeit des Jahrzehnts waren es wir drei."

Von diesen zehn Finalen haben Sie speziellen Erinnerungen an irgendwelche besonderen?

"Nun, an die Titel erinnert man sich immer, aber von den 5 gewonnenen Titeln ist der erste in Sarajewo 1970 gewonnene der wichtigste. Ich mochte die Stadt wirklich, eine Mischung aus drei Religionen mit all den Monumenten, mit fröhlichen weltoffenen Leuten. Ich dachte niemals, dass etwas wie Krieg in dieser Stadt passieren könnte, wie es zwei Jahrzehnte später stattfand. Ich erinnere mich an die Bilder Sarajewos unter Bombardierung und das Gefühl tiefer Betroffenheit."

Eine Anekdote, die Meneghins Worte bestätigt, ist die Geschichte des Mexikaners Manuel Raga, einem der Topscorer von Ignis zu dieser Zeit, der sich in ein junges jugoslawisches muslim Mädchen verliebte. Sie heirateten und ihr Sohn, Manuel Jr., der in der Schweiz lebt, spielte sogar die 2000-01 Euroleague Saison mit den Lugano Snakes.

1970 war ein Team der Gastgeberstadt, Bosna Sarajewo, in der zweiten jugoslawischen Liga. Ein junger Trainer, Bogdan Tanjevic, fing gerade einen großen Job an, der ihm und seinem Team neun Jahre später den Europatitel einbrachte, nach einem großen Finale gespielt in Grenoble gegen, natürlich, der Mannschaft aus Varese.

"Wir waren Favorit, weil es unser zehntes Finale war, und unsere Erfahrung meint man würde den Ausschlag gegen das junge Team aus Sarajewo geben", erinnert sich Meneghin. "Aber sie schlugen uns dank ihres Talents und einer riesen Leistung von Zarko Varajic, der 45 Punkte machte. Zusätzlich hatten sie einen fantastischen Mirza Delibasic, der 30 Punkte beisteuerte und viele geniale Assists. Das war das Ende unserer Dominanz in Europa, aber die Erinnerungen an diese Zeit sind sehr schön."

Über die Fähigkeiten der Spieler der Siebziger sagt Meneghin: "Verglichen mit den Spielern von heute auf den Plätzen waren die Spieler der Siebziger nicht so gut austrainiert, weder technisch noch physisch. Sie hatten Talent, Gefühl zur Improvisation und Gemeinschaftsgeist. Es tut mir leid es zu sagen, aber ich glaube auch, dass damals die Spieler die Farben ihres Clubs mehr vertraten als heute. Ich bezweifle nicht, dass die meisten Spieler heute gute Profis sind, die ihren Job machen, aber wenn man nur ein oder zwei Saisons für ein Team spielt, wird macht nicht Teil davon."

Im Jahrzehnt zwischen 1970 und 1980 gewann Ignis 5 Titel, Real Madrid 2, ZSKA 2 und Maccabi und Bosna je 1. Außer diesen 5 Teams taucht als weiterer Name in den 11 finalen nur der von Jugoplastika auf, gegen die Ignis seinen zweiten Titel in Tel Aviv gewann. Einem sehr engen Finale entschieden in letzter Minute. Kurioserweise spielten die drei Tvric Brüder für die Mannschaft aus Split: Rato, Lovro und Drazen, es war das einzige Mal, dass drei Brüder in einem Europacupfinale teilnahmen. Andererseits kehrte der Nachname Meneghin mit Fortitudo Bologna in die Euroleague zurück.
Mittwoch, 7. März 2007
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